(Überarbeitet und ergänzt am 16.10.2014)
Vor ein paar Wochen stand ich vor einem gefühlten Mount Everest: Eine Kundin bestellte einen zweisprachigen Online Shop. So schwierig konnte das doch nicht sein… alles, was mit WordPress zu tun hatte, war erlernbar, sagte ich mir und machte den ersten Schritt.
Googlen nach Möglichkeiten
Auf Google begann ich meine Recherche. Was brauchen andere WordPressler, um komplexe Onlineshops aufzubauen? Ich machte mir Notizen, eliminierte weniger ideale Lösungen. Schlussendlich kam ich zum Fazit, dass meine beste Option das Plugin Woocommerce war. Es war klar führend in diesem Bereich.
Woocommerce ist ein Plugin, das von Woothemes entwickelt wurde und in unzähligen WordPress Themes integriert werden kann. Es ist kostenlos und bietet fast unendliche Möglichkeiten und eine detaillierte Dokumentation zur Anwendung.
Woocommerce ist kompatibel mit dem Plugin WPML, das für die Mehrsprachigkeit des Shops sorgt.
Um ein Theme zu finden, das auf Woocommerce und WPML abgestimmt war, gab ich bei Themeforest die beiden Suchbegriffe ein. Ganze 68 WordPress Themes standen mir nun zur Auswahl.
Ablauf der Installationen bei einem zweisprachigen WordPress Shop
Ich suchte ein Theme aus und installierte willkürlich Theme und Plugins, erfasste die Inhalte zuerst in Englisch, was zu einem Durcheinander führte. Zum Schluss hatte ich zwar ein ansprechendes Layout, aber die Sprachen waren gemischt und der Shop funktionnierte nicht, wie er sollte. Nach Rücksprache mit dem hilfsbereiten Support-Team von WPML, begann ich noch einmal von vorne, bedacht darauf, dieses Mal die Reihenfolge korrekt einzuhalten. Um euch meine Fehler zu ersparen, teile ich gerne den optimalsten Ablauf für einen zweisprachigen Onlineshop mit der Standardsprache Deutsch (also nicht Englisch als Standardsprache) mit euch:
- WordPress installieren.
- Das WPML Plugin installieren (kostenpflichtig) und bei den Einstellungen des Plugins die Standardsprache für die Website und das Admin auf Deutsch stellen (wenn die Hauptsprache der Website Deutsch ist). Die weiteren Sprachen wählen.
- Theme und alle anderen Plugins, inklusive WooCommerce installieren und einrichten. Folgende zusätzliche Plugins installieren und einrichten: WooCommerce Multilingual, WPML Media, WPML String Translation, WPML Translation Management.
- Im Plugin WPML String Translation die Sprache der Strings auf Englisch lassen (Einstellung unten).
- Um die Shop-Seiten (z.B. Kasse, Warenkorb etc.) automatisch in alle Sprachen zu übersetzen, im Plugin WPML >WooCommerce Multilingual bei den “Store pages” auf “kreieren” drücken.
- Die Produktekategorien und Produkteschlagwörter in der Standardsprache erfassen. Danach können diese im WPML > WooCommerce Multilingual übersetzt werden.
- Produkteeigenschaften müssen in Englisch erfasst werden und dann im Plugin WPML String Translation übersetzt werden!
- Produkteeigenschaftsvariationen hingegen werden in der Standardsprache erfasst und danach im WPML > WooCommerce Multilingual übersetzt.
- Produkte ebenfalls in der Standardsprache erfassen und danach im WPML > WooCommerce Multilingual übersetzen.
- Es ist wichtig zu wissen, das WPML generell alle Inhalte in zwei verschiedene Kategorien ordnet:
Strings und Objekte.
Objekte sind Beiträge, Seiten, Schlagwörter, Kategorien, Produkteigenschaftsvariationen und Produkte. Objekte sollen zuerst in der Stadardsprache (in unserem Fall Deutsch) erfasst und danach übersetzt werden (die Übersetzung erfolgt gleich aus dem Editor heraus oder mittels WPML > WooCommerce Multilingual).
Strings sind Texte aus dem Theme und Plugins, z.B. auch die Texte, die bei den WooCommerce Einstellungen eingegeben werden. Zudem sind es auch die Produkteeigenschaften. Sie müssen immer in Englisch eingegeben werden, auch wenn Englisch keine Sprache der Website ist und danach mittels den Plugins WPML String Translation übersetzt werden.
WPML stellt zum Thema mehrsprachige Woocommerce-Shops eine ausführliche Dokumentation zur Verfügung.
Support oder alleine gelassen?
Wer zum ersten Mal einen komplexen, mehrsprachigen WordPress Shop aufbaut, wird ziemlich sicher irgendwann etwas Support brauchen. Viele Antworten finden sich beim Googlen oder auf YouTube, denn in manchen Fällen standen andere Webarbeiter an den gleichen Themen an. Kann das Problem so nicht gelöst werden, schreibt man dem Support-Team des Themes, von Woocommerce oder von WPML. Ich habe alle drei getestet.
In meinem Fall war das Support-Team des Themes klar der Gewinner. Dies ist jedoch stark davon abhängig, wer das Theme anbietet. (Ich hatte mich für das Theme Simplicity entschlossen.) Antworten kamen rasch, Probleme wurden umgehend behoben und die Sprache war klar und verständlich.
Woocommerce liess mehrere Tage auf eine Antwort warten, reagierte nicht einmal auf meinen Tweet. Als ihre Antwort kam, war sie hilfsreich, freundlich und kompetent.
WPML beantwortete meine Support-Anfragen nicht ganz so rasch wie die vom Theme, aber doch schnell genug und waren extrem hilfsbereit und kompetent.
Der Shop lässt sich sehen; ich freue ich schon auf den nächsten Auftrag.





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